Cannabis Datenbank Leafly bricht alle Rekorde und ist auch für Blinde und Sehbehinderte nutzbar

Kürzlich haben wir hier im AppCenter die barrierefreie Cannabis-Datenbank Leafly vorgestellt. Trotz des strickten Cannabis-Verbots im deutschsprachigen Raum wurde der Beitrag zu dieser App innerhalb einer Woche fast 2000 mal aufgerufen. Obwohl kaum jemand diesen Beitrag geteilt oder auf “Gefällt-mir” geklickt hat, sprechen die Besucherzahlen dieses Beitrags Bände. 

Selbst der Beitrag zum revolutionären KNFB-Reader – das mobile Vorlese-System für Blinde, welches seit Monaten auf Platz 1 der beliebtesten und nützlichsten Apps rangiert, konnte eine derartige Besucher-Statistik erst nach einem Monat aufweisen.

Leafly zeigt eindrucksvoll, warum eine Legalisierung bzw. Regulierung sowohl für den medizinischen als auch für den Freizeitgebrauch sinnvoll sein könnte. Auf Grund der schlechten Patentierbarkeit und dem somit ehr geringen Interesse für die Pharma-Industrie verspricht eine Legalisierung ein Come-Back für die Volksmedizin Cannabis. Die Erhebung von klinischen Daten bzw. Studien, welche zur Belegung für die medizinische Wirksamkeit erforderlich sind, ist nicht der einzige Weg kostengünstig und effektiv den medizinischen Nutzen bestimmter Sorten zu eruieren.

Die Review-Plattform Leafly zeigt, dass eine mangelnde Studienlage das Volk im Falle einer Legalisierung nicht daran hindert Informationsquellen zu schaffen, die Patienten die notwendigen Informationen für eine Behandlung zur Verfügung stellt. Das Wissen über die Behandlung mit Cannabinoiden steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Also muss es genauso wie Apotheken Cannabis aus dem Ausland importiert werden.

Leafly gibt zu den meisten etablierten Sorten Bewertungen für die verschiedenen Wirk- und Nebenwirkungskomponenten sowohl für den medizinischen als auch Freizeitgebrauch.

Wer in einem Bundesstaat der USA mit medizinischen Abgabestellen bzw. Abgabestellen für Freizeitkonsumenten wie Colorado lebt oder dort vor Ort zugegen ist, bekommt über die App auch gleich mitgeteilt, wo das begehrte Kraut zu erwerben ist.

Darüber hinaus ist es erfreulich und beeindruckend, dass die Macher von Leafly sich auch über die Barrierefreiheit ihrer Plattform Gedanken gemacht haben.

Wehrend große App-Hersteller Millionen mit ihren Apps verdienen und es nicht einmal auf die Reihe bekommen einigermaßen gut für Blinde und Sehbehinderte nutzbare Apps in die Stores zu bringen, bringt Leafly diese Funktionalität wie selbstverständlich ohne gesonderten Hinweis einfach so mit.

Die Besucher-Statistik zeigt ganz klar, dass zwar nicht über Cannabis geredet wird aber das Interesse auch unter blinden und sehbehinderten Menschen im Unterholz der Prohibition recht groß ist.

Hää, wie jetzt – Blinde können SmartPhones bedienen?

Ja, so ist es. Und so ist es schon seit Jahren. Apple hat mit seinem integrierten ScreenReader sowohl auf allen iOS-Geräten (iPhone, iPad und Co.), dem AppleTV, dem Mac und sogar der neuen Apple Watch eine Möglichkeit geschaffen blinden den Zugang zu seinen Geräten zu ermöglichen. Auch Android bietet mit seinem ScreenReader Talkback zwar keine ausgereifte aber wachsende Barrierefreiheit für Android-Geräte. Auch Windows bietet neben propriertären ScreenReader-Lösungen mittlerweile eigene Bedienungshilfen.

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1 Gedanke zu „Cannabis Datenbank Leafly bricht alle Rekorde und ist auch für Blinde und Sehbehinderte nutzbar“

  1. Klingt interessant, und die ersten Schritte sind vielversprechend. Ist zu hoffen, dass die App vielleicht auch noch demnächst in deutscher Sprache verfügbar wird. Dänisch gibt es ja schon, beherrsche ich aber noch weniger als englisch.

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